Wort der Woche: « Intimus »

Um die 80 Journalistinnen und Journalisten warteten auf Sebastian Kurz am ersten Tag seines Prozesses.

Der ehemalige Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz muss sich vor Gericht verantworten: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Zusammenhang mit der Besetzung wichtiger Posten an der Spitze der Staatsholding ÖBAG falsch ausgesagt zu haben.

Diese Woche haben Medien aus dem In- und Ausland genau verfolgt, was Bernhard Bonelli, der einstige Kabinettschef von Sebastian Kurz, dazu sagt. Er kam am Montag vor Gericht zu Wort. Für die mit Spannung erwartete Befragung eines weiteren ehemaligen Spitzenbeamten, Thomas Schmid, müssen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger noch bis zum 17. November gedulden.

Sowohl Bernhard Bonelli als auch Thomas Schmid waren bis zur Bekanntwerdung der sogenannten „Ibiza-Affäre“ der breiten Öffentlichkeit unbekannt. Sie gelten in den Medien als « Intimi » bzw. ex-Intimi des Kanzlers Kurz.

„Intimus“ ist das aktuelle « Wort der Woche » von « Moment » – mein Beitrag kann man hier nachhören: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-intimus

Wort der Woche: « Hardliner »

US-Kongress: Hardliner stellte Antrag auf Absetzung von McCarthy

meldete die Austria Presseagentur. Und ein US-Analyst sagte: „Unklar ist, was die rechten Rebellen antreibt“.

McCarthys rechtsradikaler Parteikollege Matt Gaetz jagte ihn aus dem Vorsitz des Repräsentantenhauses. Ein historischer Schritt. Der « Hardliner » Gaetz wirft McCarthy vor, einen drohenden Stillstand der Regierung dank eines Kompromisses mit den Demokraten abgewendet zu haben. Die Gruppe der Hardliner in der Republikanischen Partei wird immer stärker, berichtet die Austria Presseagentur.

„Hardliner“ war am 4. Oktober unser « Wort der Woche » – hier mein Beitrag in der Ö1-Mediathek, mit Katrin Praprotnik, Politikwissenschaftlerin an der Universität Graz und wissenschaftlicher Mitarbeiterin am Wiener Institut für Strategieanalysen: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-hardliner

Mensch, Netz, Fisch. Die Daubelfischerei.

Was in und an einem quadratischen Fischernetz hängen kann

Eine Landdaubel an der Donau, in Mannswörth.

Heute, um 15.30 Uhr auf Ö1 und danach hier zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230925/733583/Mensch-Netz-Fisch-Die-Daubelfischerei

Manche sind auf Flössen errichtet, andere am Uferrand. Wer in oder um Wien an der Donau, an der Thaya oder an der March entlang spaziert ist, kennt vielleicht diese mit langen Kranarmen und großen Fischernetzen ausgestatteten Fischerhütten. Aber nur wenige wissen, dass sie « Krandaubel » oder « Landdaubel » heißen – benannt nach ihrem charakteristischen, quadratischen Fischernetz, der « Daubel ». Diese Bauten aus einer anderen Zeit bedeuten aber ihren Besitzern und Besitzerinnen sehr viel.

Ein Fischer sagt, die Daubelfischerei sei ein wichtiges Stück Wiener Geschichte.

Ein Fischer sagt, er fische mehr Klopapier als Karpfen aus der Donau.

Ein Fischer sagt, die Daubelfischerei werde es bald nicht mehr geben.

Ein Fischer sagt, er habe erst jetzt angefangen zu daubeln. Und es sei schön.

(Foto: Fischer Richard Prokosch erzählt die Geschichte der Daubelfischerei, die Geschichte des Flusses, die Geschichte seiner Familie, eine typische Wiener Geschichte)

*** Hier der Trailer von Natascha Muhics Filmdokumentation über die Daubelfischerei in und um Wien: www.youtube.com/watch?v=iWtJOLaqaHQ


Was vom « Turf » in Österreich blieb

Zum Stand der Dinge in Sachen Pferderennen

Eine besondere Feature/Reportage-Sendung heute: « Moment am Sonntag » um 18.15 Uhr auf Ö1 nicht verpassen! Sonst danach: 7 Tage lang hier zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230917/733171/Was-vom-Turf-in-Oesterreich-blieb Aber live hören ist immer besser, finde ich.

Kaum Fohlen in den Stallungen, kaum Publikum in den Tribünen. Erlebte der Pferderennsport in den 1990er Jahren ein goldenes Zeitalter, scheint heute die Hochblüte der Rennplätze vorbei zu sein. Heuer findet zum ersten Mal kein einziges Galopprennen in Österreich statt. Der Trend geht hin zur online Wette. Viele Menschen sorgen sich um Tierwohl und Politiker um Platzmangel in wachsenden Städten. Die teilweise monumentalen Bauten aus der Kaiserzeit scheinen zur Vergessenheit verdammt zu sein – wenn nicht sogar zum Abriss.

Dennoch organisieren unermüdliche Vereinsfunktionäre weiterhin regelmäßige Trabrennen. In Wien, Baden, Wels und Ebreichsdorf donnern immer noch Pferde über die Bahnen. Staub hängt immer noch in der Luft, während fiebernde Spielerinnen und Spieler sich immer noch kein Wort des Bahnsprechers und keine Hufbewegung « ihres » Pferdes entgehen lassen.

Ein Moment am Sonntag über die gloriose Geschichte, Rückzugsgefechte und mögliche Perspektiven des Pferdesports in Österreich.

75 A, 80 B, 85 C: die Quadratur des Körbchens

Vom Kleinstobjekt BH und seinem Paradox

« Körbchen » fertigt bügellose BHs an. Eine der Inhaberinnen, Elisabeth Leitner, in ihrem Geschäft.

Ein Büstenhalter soll stützen, aber nicht zwicken. Er soll bedecken, aber sich nicht unter der Kleidung abzeichnen. Er soll sexy, aber auch straßentauglich sein, funktional und erschwinglich noch dazu. Mit einem Wort: die Ansprüche sind paradox. 85 B oder 80 C, 75 G oder 105 A? « Mehr als 80 Prozent der Frauen tragen die falsche Größe », hört man aus einem Dessous-Geschäft. Viele junge Frauen verzichten darauf. Gehört der BH bald der Vergangenheit an, wie Mieder und Korsett? Oder ist das kompliziert hergestellte Wäschestück neues Empowerment?

Hier geht es zur Sendung; noch 7 Tage zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230830/730289/75-A-80-B-85-C-die-Quadratur-des-Koerbchens