Wort der Woche: « unpolitisch »

Der Eurovision-Song Contest wird heuer im Mai in Schweden stattfinden. Aktuell machen die Länder ihre Beiträge bekannt – das österreichische Lied soll etwa am kommenden Freitag präsentiert werden.

Ein Song sorgt bereits für Aufruhr. Der Beitrag der israelischen Teilnehmerin wird laut Medienberichten den Terrorangriff der Hamas im vergangenen Oktober thematisieren. Das würde den Regeln widersprechen: Song-Contest-Beiträge müssen nämlich „unpolitisch“ sein. Der israelische Kulturminister verteidigte kürzlich den Song mit dem Titel „November rain“. Dieser sei tatsächlich „nicht politisch“. Und sogar der Präsident des Landes meldete sich in der Polemik zu Wort.

In einem anderen Bereich: Mitte Februar machte die Schlagzeile die Runde, dass das Social Media Instagram bald „unpolitisch werden“ soll. Was das genau bedeutet, darüber ist man uneins.

„Unpolitisch“ ist heute unser « Wort der Woche » gewesen und hier können Interessierte meinen Beitrag nachhören: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-unpolitisch

La lutte contre les mariages forcés

Mardi 6 février 2024, le Conseil de l’Union européenne et le Parlement européen ont trouvé un accord sur la première directive pour lutter contre les violences faites aux femmes à l’échelle de l’Union. Un texte novateur, un peu en demi-teinte, qui aborde la question du mariage forcé comme une violence sexiste, et pas comme étant liée à l’origine ou à la religion. 

C’est un phénomène dont on peine à prendre véritablement la mesure en Europe. En Autriche, cela pourrait concerner quelque 200 personnes chaque année. C’est le sujet de mon reportage diffusé aujourd’hui dans Accents d’Europe sur RFI (début à 14:05) : rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20240228-l-impact-des-%C3%A9crans-sur-le-d%C3%A9veloppement-des-enfants-en-d%C3%A9bat

Gewalt durch Verheiratung

Ein Verein in Wien hilft Frauen, die zwangsverheiratet werden oder wurden

Die Europäische Union hat sich vergangene Woche zum ersten Mal auf ein gemeinsames Vorgehen in der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen geeinigt. Zwangsheirat ist eine von sieben Gewaltformen, für die nun Definitionen und Strafrahmen in den verschiedenen Mitgliedsländern harmonisiert werden. Die europäische Richtlinie soll es auch ermöglichen, mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen.

Viele falsche Vorstellungen um das Thema erschweren den Kampf gegen die Zwangsverheiratung, obwohl Schätzungen zufolge jährlich um die 200 Frauen in Österreich betroffen sind. Gängig sind die Ansichten, Zwangsheirat passiere nur in fremden Ländern, haben mit dem Islam zu tun, oder es gehe stets um ältere Männer und jüngere Bräute.
Wer sind diese Frauen? Was bedeutet eine Zwangsehe für die Betroffenen? Und wie kann ihnen geholfen werden? Meine Recherche über das Phänomen Zwangsheirat in Österreich und die Arbeit des spezialisierten Vereins Orient Express ist hier nachzuhören (25 Minuten): oe1.orf.at/programm/20240215/749853/Gewalt-durch-Verheiratung

„Österreich sah mich als Sexualstraftäter“

Was Wiedergutmachung für strafrechtlich verfolgte Homosexuelle bedeutet

Bis in die 2000er Jahre wurden in Österreich Tausende Menschen aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt. Denn auch nach Ende des Totalverbots 1971 blieben diskriminierende Strafbestimmungen aufrecht, die nur sie traf, wie etwa ein Werbeverbot oder ein niedrigeres Schutzalter. Erst 2002 wurde der letzte Paragraf vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Im vergangenen Oktober kündigte die Justizministerin an, die in der Zweiten Republik strafrechtlich verfolgten Homosexuellen rehabilitieren und finanziell entschädigen zu wollen. Die neue Regelung ist Anfang Februar in Kraft getreten. Wie wirkten sich die diskriminierenden Paragrafen auf das Leben homosexueller Menschen aus? Was bedeutet die Wiedergutmachung für Betroffene heute, zwei Jahrzehnte später? Darüber habe ich für Ö1 berichtet.

Ablehnung gegenüber Homosexualität: A. Brunner vom Zentrum QWien zeigt ein zerrissenes Plakat aus den 1980er Jahren.

L’Autriche réhabilite les personnes poursuivies en raison de leur homosexualité sous la république

L’homosexualité a longtemps été interdite en Autriche, et pas seulement à l’époque des dictatures. Alors que l’actuelle Seconde république a été proclamée en 1955, l’homosexualité a été dépénalisée en 1971. Et des exceptions juridiques discriminatoires ont longtemps persisté, de sorte que la justice a prononcé plusieurs dizaines de milliers de peines jusque dans les années 2000. Depuis début février, ceux qui en feront la demande pourront être dédommagés et voir leur condamnation effacée. C’est l’objet de mon reportage diffusé par RFI le 10 janvier dernier (début vers 7’30): www.rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20240110-l-%C3%A9criture-inclusive-divise-les-europ%C3%A9ens