„Österreich war mir zu eng“

Architekt Dietmar Feichtinger: von Bruck an der Mur in die banlieue

Nicht sicher wohin, aber er wollte weg. Großbritannien? Deutschland? Es wurde Frankreich. In den späten Achtzigerjahren staunte Dietmar Feichtinger als junger Architekt über die ambitionierte Pariser Baupolitik. Der Steirer etablierte sich bald in einem Vorort der französischen Hauptstadt. Dort, in Montreuil, erlebte er, wie die banlieue zu einer Bühne für immer wiederkehrende Unruhen wurde.

Der heute mehrfach preisgekrönte Baukünstler reflektiert für Ö1 über seinen doch liebenswerten Wohnort; darüber, wie seine Arbeit sich von seiner Erfahrung als Ausländer nährt; und wie sich aus der Entfernung sein Blick auf die österreichische Heimat geändert hat.

Mein Beitrag wurde im Rahmen des Ö1-Schwerpunkts « Auslandsösterreicher*innen » am Nationalfeiertag gesendet. Hier geht es zum Beitrag (ab 17:50), bis Donnertag: oe1.orf.at/programm/20231026/738956/Paris-mon-amour

Von Kentern und dem KI-Hype

Diese Woche habe ich zwei kurze Beiträge für Moment gestaltet.

  • Heute haben wir unsere Rubrik Wort der Woche dem « Kentern » gewidmet.
« Kentersichere » Schiffe: Clemens Strasser und sein Team testen anhand Holzmodelle die Stabilität von Kreuzfahrtschiffen und Fischerbooten.

Vor einer Woche verunglückte ein Schiff im Mittelmeer. Ein Fischkutter. An Bord: 500 bis 750 Migrantinnen und Migranten und Menschen auf der Flucht, die von Libyen über Italien nach Europa gelangen wollten. Der Kutter ist rund 50 Seemeilen (90 Kilometer) südwestlich von Griechenland in Schwierigkeit geraten. 104 Menschen überlebten; für die anderen gibt es heute keine Hoffnung mehr. Der besonders dramatische Schiffbruch wird seitdem intensiv besprochen – in Griechenland, wo am Wochenende gewählt wird, und über die Grenzen hinaus. Noch viele Fragen sind offen; Die UNO fordert Ermittlungen sowohl zum Ablauf des Unfalls als auch zur Rolle der griechischen Küstenwache, die Kontakt mit dem Schiff aufgenommen hatte.
Was man bisher weiß: Das Schiff war übervoll und ist gekentert.

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Dichten zwischen Sprachen

Ein literarischer Workshop für Menschen mit anderer Erstsprache als Deutsch

Gestern in Moment und noch 6 Tage online auf der Ö1-Homepage: oe1.orf.at/player/20230531/720266/1685539800999

Menschen mit einer anderen Erstsprache fällt es nicht leicht, sich künstlerisch auf Deutsch auszudrücken. Es herrscht Angst vor Fehlern oder abwertenden Reaktionen. Migrantinnen und Migranten und ihre Kinder denken oft in verschiedenen Sprachen, aber Sprachen mischen beim Schreiben ist verpönt. Eine übersetzte Metapher hinkt. Manche Sätze klingen „einfach nicht deutsch“, aber keiner kann erklären, warum.

Das „Kollektiv Sprachwechsel“ sieht jedoch im Dichten zwischen Sprachen eine zu wenig angezapfte Quelle für literarische Schöpfung und organisierte im Wiener Sandleitenhof in Kooperation mit dem Kulturverein „SOHO in Ottakring“ eine kurze Workshopreihe mit Schriftsteller Ovid Pop und Rap-Musikerin Schwesta Ebra. Sie wollen der Bevölkerung dazu verhelfen, ihre literarische Stimme zu finden, trotz Fehlern und Fremdwörtern, die in das Geschriebene eindringen. Oder gerade deswegen? Über das Dichten mit, trotz, ohne, dank oder zwischen Fremdwörtern und Fehlern. Eine Reportage.

Hinweis: Wer hören will, wie die fertiggestellten Texte klingen, die in den Workshops entstanden sind, kann zur Abschlussveranstaltung am kommenden Freitagabend kommen. Inspiriert vom südamerikanischen Format sarau werden Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer und alle, die es möchten, ihre Produktionen in gemütlicher Atmosphäre vortragen. Im Lokal des Kulturvereins SOHO im Sandleitenhof in Wien Ottakring, um 19 Uhr.

Peur sur la diaspora tchétchène

Après deux guerres d’indépendance dans les années 1990, Ramzan Kadyrov a été installé à la tête de la Tchétchénie en 2007, territoire des montagnes du Caucase. Une dictature impitoyable qui a poussé à l’exil près de 150 000 membres de la communauté tchétchène, dont beaucoup sont aujourd’hui installés en Autriche.

Pourquoi les Tchétchènes ont souvent choisi l’Autriche comme pays d’accueil ? Pourquoi la peur règne-t-elle aujourd’hui parmi les opposants exilés ? J’en parlais avec Alice Rouja dans Accents d’Europe sur RFI la semaine dernière (4’50 – si vous voulez sauter les nouvelles de Sarajevo, ce que je ne conseille pas 🙂 ) rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20220304-la-guerre-en-ukraine-ravive-de-mauvais-souvenirs-en-bosnie

Les Verts face à la pratique du pouvoir, le boom de l’école à la maison et des nouvelles de l’antigermanisme autrichien #Piefkes

Des activistes environnementalistes occupent un chantier de route à Vienne. #LobauBleibt

Ce lundi, lendemain des élections allemandes, Accents d’Europe s’intéressait aux Verts. Vont-ils entrer au prochain gouvernement ? En attendant le verdict à Berlin, nous jetions un œil sur l’Autriche, qui pourrait inspirer au-delà des frontières, puisque, ici, les Verts sont installés dans certains ministères depuis un an et demi. Mais ils gouvernent aux côtés d’un parti conservateur avec lequel ils ont peu de points de convergence… Les Verts confrontés à la pratique du pouvoir et ce qu’en pensent les militants environnementalistes qui occupent un chantier de route à Vienne : voici le sujet de mon reportage que vous pouvez ré-écouter ici (à partir de 3’45) : rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20210927-allemagne-apr%C3%A8s-les-%C3%A9lections-quelle-place-pour-les-verts

Et puis, pour se détendre, un sujet sur le mot « Piefke ». Prière de ne pas l’utiliser : c’est une insulte ! Très répandue en Autriche, puisqu’il s’agit de s’en prendre aux Allemands. Elle dit quelque chose de l’histoire de la relation de l’Autriche à l’Allemagne, je vous laisse écouter cela ici (à partir de 16:50) : rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20210921-angela-est-elle-f%C3%A9ministe

Et puis, je vous signale le boom des déscolarisations en Autriche. Pourquoi tant de parents ont-ils fait le choix de faire l’école eux-mêmes en cette nouvelle année scolaire ? Et oui, cela tient à la pandémie… Mais pas forcément pour les raisons auxquelles on pourrait s’attendre (à partir de 6:00) : rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20210915-en-allemagne-des-enfants-de-moins-de-12-ans-vaccin%C3%A9s-contre-le-covid