Mensch, Netz, Fisch. Die Daubelfischerei.

Was in und an einem quadratischen Fischernetz hängen kann

Eine Landdaubel an der Donau, in Mannswörth.

Heute, um 15.30 Uhr auf Ö1 und danach hier zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230925/733583/Mensch-Netz-Fisch-Die-Daubelfischerei

Manche sind auf Flössen errichtet, andere am Uferrand. Wer in oder um Wien an der Donau, an der Thaya oder an der March entlang spaziert ist, kennt vielleicht diese mit langen Kranarmen und großen Fischernetzen ausgestatteten Fischerhütten. Aber nur wenige wissen, dass sie « Krandaubel » oder « Landdaubel » heißen – benannt nach ihrem charakteristischen, quadratischen Fischernetz, der « Daubel ». Diese Bauten aus einer anderen Zeit bedeuten aber ihren Besitzern und Besitzerinnen sehr viel.

Ein Fischer sagt, die Daubelfischerei sei ein wichtiges Stück Wiener Geschichte.

Ein Fischer sagt, er fische mehr Klopapier als Karpfen aus der Donau.

Ein Fischer sagt, die Daubelfischerei werde es bald nicht mehr geben.

Ein Fischer sagt, er habe erst jetzt angefangen zu daubeln. Und es sei schön.

(Foto: Fischer Richard Prokosch erzählt die Geschichte der Daubelfischerei, die Geschichte des Flusses, die Geschichte seiner Familie, eine typische Wiener Geschichte)

*** Hier der Trailer von Natascha Muhics Filmdokumentation über die Daubelfischerei in und um Wien: www.youtube.com/watch?v=iWtJOLaqaHQ


Was vom « Turf » in Österreich blieb

Zum Stand der Dinge in Sachen Pferderennen

Eine besondere Feature/Reportage-Sendung heute: « Moment am Sonntag » um 18.15 Uhr auf Ö1 nicht verpassen! Sonst danach: 7 Tage lang hier zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230917/733171/Was-vom-Turf-in-Oesterreich-blieb Aber live hören ist immer besser, finde ich.

Kaum Fohlen in den Stallungen, kaum Publikum in den Tribünen. Erlebte der Pferderennsport in den 1990er Jahren ein goldenes Zeitalter, scheint heute die Hochblüte der Rennplätze vorbei zu sein. Heuer findet zum ersten Mal kein einziges Galopprennen in Österreich statt. Der Trend geht hin zur online Wette. Viele Menschen sorgen sich um Tierwohl und Politiker um Platzmangel in wachsenden Städten. Die teilweise monumentalen Bauten aus der Kaiserzeit scheinen zur Vergessenheit verdammt zu sein – wenn nicht sogar zum Abriss.

Dennoch organisieren unermüdliche Vereinsfunktionäre weiterhin regelmäßige Trabrennen. In Wien, Baden, Wels und Ebreichsdorf donnern immer noch Pferde über die Bahnen. Staub hängt immer noch in der Luft, während fiebernde Spielerinnen und Spieler sich immer noch kein Wort des Bahnsprechers und keine Hufbewegung « ihres » Pferdes entgehen lassen.

Ein Moment am Sonntag über die gloriose Geschichte, Rückzugsgefechte und mögliche Perspektiven des Pferdesports in Österreich.

75 A, 80 B, 85 C: die Quadratur des Körbchens

Vom Kleinstobjekt BH und seinem Paradox

« Körbchen » fertigt bügellose BHs an. Eine der Inhaberinnen, Elisabeth Leitner, in ihrem Geschäft.

Ein Büstenhalter soll stützen, aber nicht zwicken. Er soll bedecken, aber sich nicht unter der Kleidung abzeichnen. Er soll sexy, aber auch straßentauglich sein, funktional und erschwinglich noch dazu. Mit einem Wort: die Ansprüche sind paradox. 85 B oder 80 C, 75 G oder 105 A? « Mehr als 80 Prozent der Frauen tragen die falsche Größe », hört man aus einem Dessous-Geschäft. Viele junge Frauen verzichten darauf. Gehört der BH bald der Vergangenheit an, wie Mieder und Korsett? Oder ist das kompliziert hergestellte Wäschestück neues Empowerment?

Hier geht es zur Sendung; noch 7 Tage zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230830/730289/75-A-80-B-85-C-die-Quadratur-des-Koerbchens

Von Kentern und dem KI-Hype

Diese Woche habe ich zwei kurze Beiträge für Moment gestaltet.

  • Heute haben wir unsere Rubrik Wort der Woche dem « Kentern » gewidmet.
« Kentersichere » Schiffe: Clemens Strasser und sein Team testen anhand Holzmodelle die Stabilität von Kreuzfahrtschiffen und Fischerbooten.

Vor einer Woche verunglückte ein Schiff im Mittelmeer. Ein Fischkutter. An Bord: 500 bis 750 Migrantinnen und Migranten und Menschen auf der Flucht, die von Libyen über Italien nach Europa gelangen wollten. Der Kutter ist rund 50 Seemeilen (90 Kilometer) südwestlich von Griechenland in Schwierigkeit geraten. 104 Menschen überlebten; für die anderen gibt es heute keine Hoffnung mehr. Der besonders dramatische Schiffbruch wird seitdem intensiv besprochen – in Griechenland, wo am Wochenende gewählt wird, und über die Grenzen hinaus. Noch viele Fragen sind offen; Die UNO fordert Ermittlungen sowohl zum Ablauf des Unfalls als auch zur Rolle der griechischen Küstenwache, die Kontakt mit dem Schiff aufgenommen hatte.
Was man bisher weiß: Das Schiff war übervoll und ist gekentert.

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Wort der Woche: pride

Das inoffizielle Wort der Woche ist wahrlich « Excel« . Aber …

Auch in diesem Juni feiert die LGBT-Community den „Pride-Monat“, bei dem es darum geht, Sichtbarkeit zu schaffen und Toleranz gegenüber Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität zu fördern. Am vergangenen Samstag zog eine „Pride-Parade“ durch die Bregenzer Innenstadt; in Graz, Linz und anderen Städten werden im Laufe des Monats weitere Aufmärsche folgen; Wien veranstaltet ein ganzes Festival mit dem Namen „Pride Vienna“ vom 1. bis 18. Juni.

„Pride“ war heute das « Wort der Woche » bei Moment und ich habe die Soziologin der Emotionen Anna Durnová dazu interviewt. In diesem kurzen Beitrag hört ihr, welchen Sinn sie darin sieht, so intime Sachen wie Liebe, Geschlecht und Sexualität in die Öffentlichkeit zu feiern. Sie erklärt auch die Rolle, die das Gefühl von Stolz/Pride in der Entstehung von sozialen Bewegungen spielt.

Hier geht es direkt zum Beitrag: oe1.orf.at/player/20230607/722206/1686145761000