„Österreich sah mich als Sexualstraftäter“

Was Wiedergutmachung für strafrechtlich verfolgte Homosexuelle bedeutet

Bis in die 2000er Jahre wurden in Österreich Tausende Menschen aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt. Denn auch nach Ende des Totalverbots 1971 blieben diskriminierende Strafbestimmungen aufrecht, die nur sie traf, wie etwa ein Werbeverbot oder ein niedrigeres Schutzalter. Erst 2002 wurde der letzte Paragraf vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Im vergangenen Oktober kündigte die Justizministerin an, die in der Zweiten Republik strafrechtlich verfolgten Homosexuellen rehabilitieren und finanziell entschädigen zu wollen. Die neue Regelung ist Anfang Februar in Kraft getreten. Wie wirkten sich die diskriminierenden Paragrafen auf das Leben homosexueller Menschen aus? Was bedeutet die Wiedergutmachung für Betroffene heute, zwei Jahrzehnte später? Darüber habe ich für Ö1 berichtet.

Ablehnung gegenüber Homosexualität: A. Brunner vom Zentrum QWien zeigt ein zerrissenes Plakat aus den 1980er Jahren.

L’Autriche réhabilite les personnes poursuivies en raison de leur homosexualité sous la république

L’homosexualité a longtemps été interdite en Autriche, et pas seulement à l’époque des dictatures. Alors que l’actuelle Seconde république a été proclamée en 1955, l’homosexualité a été dépénalisée en 1971. Et des exceptions juridiques discriminatoires ont longtemps persisté, de sorte que la justice a prononcé plusieurs dizaines de milliers de peines jusque dans les années 2000. Depuis début février, ceux qui en feront la demande pourront être dédommagés et voir leur condamnation effacée. C’est l’objet de mon reportage diffusé par RFI le 10 janvier dernier (début vers 7’30): www.rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20240110-l-%C3%A9criture-inclusive-divise-les-europ%C3%A9ens

Wie ich Nachbarschaft anlege

Persönliche Strategien für das Nebeneinanderwohnen

Meine Frau ist da mehr friedensstiftend … Ich bin für Vendetta! »

In der postmodernen Stadt herrscht Anonymität und es gilt vor allem, die eigene Privatsphäre zu schützen. „Die Jungen kommen sich nicht mehr vorstellen, wenn sie einziehen“, bedauert eine Wienerin. Die Nachbarinnen und Nachbarn wechseln öfter, sie kommen teilweise von weit weg und ziehen nach einigen Jahren wieder aus. Auch am Land arbeitet man weniger oft am Feld zusammen, nicht mehr das ganze Dorf trifft sich sonntags in der Kirche. Gesellschaft findet vermehrt in digitalen Räumen statt.

Welche Rolle spielt Nachbarschaft für die Menschen in Österreich? Messen sie der Beziehung zu den Menschen im Haus oder der Wohnung nebenan im globalisierten Zeitalter immer noch eine besondere Bedeutung bei? Und welche Strategien verfolgen sie im Umgang mit ihm – damit sich das Leben nebeneinander nicht nur friedlich abspielt, sondern vielleicht noch Vorteile mit sich bringt?

Ich habe für „Moment“ im Gemeindebau und am Bauernhof, bei Jung und Alt, bei Alteingesessenen und Neuzugezogenen nachgefragt. Das war Teil 1 einer Themenwoche „Nachbarschaft“; die Sendung wurde gestern ausgestrahlt: sound.orf.at/radio/oe1/sendung/188356/wie-ich-nachbarschaft-anlege

Wort der Woche: « SpitzenkandidatIn »

Die politische Woche hat mit der Bekanntgabe der Spitzenkandidatin der Grünen für die Europawahl im Juni angefangen. Die Listenersten der ÖVP, SPÖ und FPÖ stehen schon fest. Am Samstag soll die letzte der fünf österreichischen Parlamentsparteien – NEOS – die Identität ihres Listenersten bestätigen – somit wird die Woche so enden, wie sie begonnen hat: Mit einer EU-Spitzenkandidatur.

„Spitzenkandidat, Spitzenkandidatin“ – ein Konzept, das im europäischen Kontext immer wieder Debatten auslöst. So sehr, dass das deutsche Wort „Spitzenkandidat“ von EU-Politikinteressierten in anderen europäischen Sprachen verwendet wird, wie Englisch, Italienisch oder Französisch.

Am Mittwoch durfte ich wieder das « Wort der Woche » von Moment auswählen. Es wurde « SpitzenkandidatIn ». Hier kann man den Beitrag nachhören: sound.orf.at/radio/oe1/beitrag/2703445/wort-der-woche-spitzenkandidatspitzenkandidatin

Wort der Woche: « Auskunftsperson »

« Morgen, Donnerstag, wird das Parlamentsjahr 2024 eröffnet. Gleich zwei neue Untersuchungsausschüsse treten im Nationalrat zum ersten Mal zusammen. Die Personen, die vor Untersuchungsausschüsse geladen werden, sowie ihre Aussagen (oder Nicht-Aussagen), beschäftigen immer die Öffentlichkeit. Und auch darum geht es im Prozess gegen ex-Kanzler Sebastian Kurz und seinen Vertrauten Bernhard Bonelli, der heute fortgeführt wird. Beide müssen sich gegen Vorwürfe verteidigen, vor einem ähnlichen „U-Ausschuss“ 2020 falsch ausgesagt zu haben … als sie selbst Auskunftspersonen waren … »

„Auskunftsperson“ war das « Wort der Woche » von Moment am 10 Jänner: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-auskunftsperson