Der Vorname: Eine lebenslange Entscheidung mit Folgen

Das Erste, was man beim Kennenlernen von Menschen erfährt, ist meist jene Benennung, die ihre Eltern für sie ausgesucht haben – den Vornamen. Ob Irmgard oder Emilia, Mahdi oder Andreas, Emil oder Kevin, der Vorname kann die Erwartungshaltung des Gegenübers beeinflussen, manchmal über den ersten Eindruck hinaus. Ob er uns gefällt oder nicht, scheint unser Vorname mit unserer Identität verbunden zu sein, sodass offizielle Vornamensänderungen die Ausnahme sind. Nach welchen Kriterien treffen Mütter und Väter heute diese lebenslange Entscheidung für ihre Kinder? Wie lebt es sich als Erwachsene mit dem von den Eltern Ausgesuchten? Wie hat sich die österreichische Namenskultur im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Ich habe den ersten Teil der Themenwoche « Namen. Identifikation und mehr » von Moment gestaltet und die Sendung wurde gestern auf Ö1 gesendet. Hier bleibt sie 28 Tage lang online.

« Du, Giraffe! Wie ist die Luft da oben? »

Wie Frauen über 1,80 mit ihrer Größe umgehen – und mit kleineren Zeitgenossen

Hochgewachsen zu sein, bringt sowohl für Männer als auch für Frauen Vorteile. So wird Größe bei Frauen mit Eleganz und Verführung assoziiert – man denke an Models. Aber sehr groß zu sein – das bedeutet wiederum Strapazen. Elegante Schuhe und Kleidungsstücke findet man in der passenden Größe nicht. Und das Bett im Krankenhaus ist immer zu kurz. Für die Frauen kommen dazu oft Schwierigkeiten in ihren Beziehungen zu Männern. Das Selbstbild leidet, die ständigen Anmerkungen und aufdringlichen Blicke, die sie im Alltag begleiten, helfen nicht. In den vergangenen Jahren haben sich – parallel zur Body-Positivity-Bewegung – für sie neue Möglichkeiten eröffnet, mit anderen « langen » Frauen, wie sie sich gerne nennen, in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken.

Meine Sendung dazu wurde gestern auf Ö1 ausgestrahlt und sie bleibt 28 Tage online.

Jetzt live: Wie unverzichtbar ist der Zivildienst für das soziale Gefüge?

Um 15.30 Uhr heute wird meine Sendung zur strukturellen Rolle des Wehrersatzdienstes – samt netten Begegnungen mit « Zivis » und aufschlussreichen ExpertInnengesprächen – auf Ö1 wiederholt.

Darum geht es: Am Anfang suchte man eine sinnvolle Beschäftigung für einige hundert junge Männer, die aus Gewissensgründen keine Waffe anfassen wollten. Aus diesen bescheidenen Anfängen ist – 50 Jahre später – ein riesiges Projekt geworden. Fast 11.000 Österreicher leisten derzeit Zivildienst und Politkerinnen und Politiker bezeichnen sie gerne als eine « tragende Säule der Gesellschaft ». Seit der Volksbefragung zur Wehrpflicht 2013 hat sich im Land ein politischer und gesellschaftlicher Konsens etabliert und das bewährte System des Zivildienstes gilt heute als unverzichtbar für das Gesundheits- und Sozialwesen. Doch die « Zivis » werden immer weniger, der Bedarf der Einrichtungen jedoch nicht kleiner. So stellt sich die Frage: Wie unverzichtbar ist der Wehrersatzdienst? Rettungswesen oder Sozialhilfe in der Landwirtschaft, Altersbetreuung oder Kinderbetreuung – welche Sparten sollen in Zeiten sinkenden Zivildienst-Leistender bevorzugt werden? Und wer trifft diese Entscheidung?

Nach der Ausstrahlung wird der Beitrag 28 Tage lang online stehen: oe1.orf.at/programm/20250812/803974/Zivildienst-als-Saeule-der-Gesellschaft

Die Menschen hinter den Automatenshops

Wer Automatenläden eröffnet, sie mit Trendprodukten befüllt und von passivem Einkommen träumt

Automatenshops sind die Goldesel des digitalen Zeitalters – so man Influencern in den sozialen Medien glaubt. Das tun anscheinend viele in Österreich, denn das Geschäft mit den Verkaufsmaschinen boomt. Kleine Betreiberinnen und Betreiber wollen damit den Traum verwirklichen, ganz nebenbei Geld zu verdienen, während sie woanders arbeiten, sich ausbilden oder während sie schlafen. Doch das personallose Verkaufen verlangt in der Realität viel menschlichen Einsatz – es geht um die besten Standorte, die letzten Limonaden-Trends und Süßigkeiten-Hypes, Maschinenpflege und die Angst vor Vandalismus. Ein Blick in die Welt der kleinen Automatenshops.

Hier geht es zu meiner Sendung, die am 23.7 auf Ö1 gesendet wurde:: oe1.orf.at/programm/20250723/801301/Die-Menschen-hinter-den-Automatenshops

Foto: in Sankt-Pölten mit den Forschern Robert Zimmermann und Marina Staab (links) und den Automatenshop-Betriebern « Didi » Mannert und Adrian Bajšanski (rechts).

Entschuldigung über die Grenzen hinweg

« Sumimasen! » Von feinen kulturellen Unterschieden und Versuchen, diese zu begreifen

Sich entschuldigen – das tun Menschen rund um den Globus. Aber wie und wofür? Darüber herrscht keine Einigkeit. In Japan verbeugt man sich tief, « Sumanai sumimasen!« . In Großbritannien ist das Wörtchen « sorry » allgegenwärtig. Im Iran hat man es lieber blumig – « Bebachshin! Lassen Sie es uns vergessen, der Freundschaft zuliebe ». In der Wissenschaft wird versucht, die mannigfaltigen Formulierungen zu kategorisieren und die Unterschiede zu deuten, in der Annahme, dass die Entschuldigung als Sprechakt zwischen Regelbruch und Versöhnung Wichtiges über die Kulturen verraten kann. Und in der Praxis müssen sich Sprachlernende, Geschäftsreisende und Dolmetschende mit den subtilen Unterschieden arrangieren.

Ich habe heute den dritten Teil der Moment-Themenwoche « Entschuldigung! Über die Versuche, Schuld loszuwerden » gestaltet. Die Sendung kann 28 Tage lang hier nachgehört werden: oe1.orf.at/programm/20250226/785931/Entschuldigung-ueber-die-Grenzen-hinweg