Die Pandemie in den Ohren

Wie Masken, Videokonferenzen & Co. das Hören erschweren: Heute um 15.30 Uhr wird mein Beitrag auf Ö1 gesendet. Auch im Player zu hören: oe1.orf.at/player

Nuscheln denn plötzlich alle? Viele von uns haben seit Anfang der Pandemie den Eindruck, dass sie plötzlich ihre Gesprächspartner*innen nicht mehr so gut verstehen können. Diese Strapaze liegt weniger an einer allgemein schwächelnden Artikulationsmoral in der Bevölkerung als am Maskengebot. Dicht anliegende FFP2-Masken filtrieren nämlich nicht nur Partikel und Aerosole aus der Luft, sondern auch manche Töne und ein paar Dezibel aus unserer Stimme. Sie machen außerdem den Mund unsichtbar und so den Ohren zu schaffen. Denn die Augen helfen im Normalfall beim Hören. Auch Videokonferenzen und Sicherheitsabstand erschweren das Verstehen – besonders harte Zeiten für Menschen mit Hörbehinderungen und jene, die jetzt merken, dass auch sie nicht gut hören.

Links zur Sendung:

Sorina Lösers Blog: sori1982.wordpress.com
Personen, die Interesse haben, an Studien des Zentrum für Neurokognitive Forschung der Universität Salzburg teilzunehmen, können sich hier anmelden: salzburghoert.sbg.ac.at

Echo aus den Kindergärten

… Und heute wird das « Echo », d. h. die Reaktionen der ZuhörerInnen, auf die gestrige Sendung um ca. 15:50 Uhr auf Ö1 gesendet. Auch hier zu finden, im Nachhinein: https://oe1.orf.at/programm/20210324/631601/Von-Telefonbuddys-und-Brieffreunden

Mit Karin Gasparitz und Max Werschitz von « Kinder brauchen Profis » im Kindergarten.
Interviews mache ich zurzeit nur mit Angel und wenn möglich draußen.
In dem Fall war ich außerdem frisch negativ getestet.

Grüßen. Ein kleines Ritual, das schon alles sagt

+++ Hörtipp für morgen +++ 18.15 Uhr auf Ö1 ++++

Ich habe einen « Moment am Sonntag » mit Eva Gänsdorfer gestaltet. Zu hören: Betrachtungen über das Grüßen in Österreich, Erfahrungsberichte von spannenden Menschen (u.a. mir 😉 ) und tolle Musik.

Und wie war es damals? Aus Der deutsche Gruß, Geschichte einer unheilvollen Geste von Tilman Allert

Der Gruß als das kürzeste Stück Gesellschaft.

Das Coronavirus hat unser körperliches Grußverhalten grundlegend verändert. Händeschütteln, Umarmungen und « Bussi Bussi » gehen in Zeiten der Pandemie nicht mehr. Doch auch abseits von Hygienebestimmungen kann Grüßen kompliziert werden: « Grüß Gott » gleicht nicht « Guten Tag », und « Hallöchen » nicht « Sehr geehrte Damen und Herren ». Grußrituale sind Türöffner der Kommunikation, unentbehrlich und sollen Ehrerbietung und Zugehörigkeit vermitteln. Ob mündlich oder schriftlich, Gestik oder Mimik – ein Gruß verrät viel über die Herkunft des Gegenübers, sein Milieu oder eine ganze Generation. Außenstehende müssen die « Codes » des Grüßens kennen. Und das Nicht-Grüßen ist auch ein Statement. Eine Reflexion über Gesten und Worte, die Menschen meist automatisch vollziehen, ohne an deren soziale und kulturelle Bedeutung zu denken.

oe1.orf.at/programm/20210307/630717/Hallo-Gruess-Gott-Guten-Tag-Gruessen-als-Alltagsritual

« Mein Akzent »

Heute um 15.30 Uhr wird meine Sendung zum Thema « Mein Akzent » auf Ö1 gesendet: oe1.orf.at/programm/20210209/627666/Reden-mit-Akzent

Es geht nicht um meinen persönlichen Akzent, sondern darum, wie fremdsprachige Akzente Identität stiften. Ich durfte über dieses spannende Thema mit vielen AkzentsprecherInnen und Expertinnen sprechen.

Hörbarer Unterschied, Aushängeschild eines Lebens über die Grenzen, melodischer Beitrag zur Diversität oder aber Diskriminierungsgrund.

Fast 17 Prozent der Bevölkerung in Österreich hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Grob gerechnet: rund ein Fünftel der Menschen sprechen mit einem fremdsprachigen Akzent – bundesdeutsch inklusive. Die Akzente bestimmen unterschwellig die Identität jener, die sie haben. Und sie lösen sogar physikalische Reaktionen bei jenen aus, die sie hören. Türkisch, rumänisch, italienisch, tschechisch – gleichen sich alle Sprachmelodien und Aussprachemuster?

Wer Insolvenzen verwaltet

Etwas ganz Anderes heute auf Ö1, um 15.30 Uhr in der Sendung Moment. Hier geht es zum Livestream: oe1.orf.at.

Warten auf die Pleitewelle. Die Menschen hinter den Konkursverfahren

Kommt eine Pleitewelle, füllen sich ihre Auftragsbücher. Ihre Arbeit beginnt dort, wo Unternehmen in eine Schieflage geraten. Sie müssen sich rasch einen Überblick verschaffen, um die richtige Entscheidung zu treffen: Ist das Unternehmen noch zu retten oder ist die Schließung nicht mehr zu vermeiden? Zwischen Geschäftsbilanzen und Gesetzen kämpfen die Insolvenzverwalter und -verwalterinnen für das Recht der Gläubiger und Gläubigerinnen, ihr Geld zurückzubekommen. Sie müssen einen kühlen Kopf bewahren, Hirnschmalz ist gefragt. Müssen sie auch die Augen vor dem menschlichen Leid verschließen können, das mit einem wirtschaftlichen Scheitern einhergeht? Wie gehen sie mit dem alten Leichenfledderer-Image ihres Berufs um? Was wissen Insolvenzverwalter und Verwalterinnen über Unternehmen, das wir nicht wissen?

oe1.orf.at/programm/20200608/601042/Wer-Insolvenzen-verwaltet