Der Familienschmuck und sein Wert

Von Ketten, Bändern und Ringen mit Mehrwert – oder doch ohne?

Erst wurde im Wiener MAK das Collier einer ägyptischen Königin gestohlen, dann in Kanada die wieder aufgetauchten Habsburger-Juwelen ausgestellt: Der Spätsommer stand im Zeichen des Schmucks. Statussymbol, Liebesbeweis, Familiengeheimnis oder Wertreserve für den Notfall? Nicht nur die Preziosen der Königinnen und Kaiser dieser Welt stehen für große Geschichten. Der Familienschmuck kann für jene, die um seine Bedeutung wissen, mehr als Gold wert sein. Und manchmal doch nicht; schließlich bewegt sich der Goldkurs derzeit nahe seinem Rekordhoch. Dann lohnt sich der Gang zum Juwelier, um den geerbten Ehering vom Großvater zu verkaufen.

Meine Sendung dazu auf Ö1: oe1.orf.at/programm/20260929/845252/Der-Familienschmuck-und-sein-Wert

Fahrgeschäft mit Fangemeinde: das Tagada

Mechanismen eines Kult-Karussells

Ilona Wiesbauer mit Sohn und Tagada-Rekommandeur Björn vor einem der zwei Tagadas der Familie.

Bis zu 16 Umdrehungen pro Minute, fünf Minuten lang. Ob im burgenländischen Gols, im Zillertal oder in Villach: An Sommerabenden treffen sich Teenager beim Tagada, um von der Fliehkraft in die Bänke am Rand des Ringelspiels gedrückt zu werden. Die « Profis » stehen während der Fahrt auf; manche springen, drehen sich, tanzen. Für den eigenen, analogen Spaß, das Gefühl der Schwerelosigkeit, aber auch für das Publikum, also für jene, die sich nicht trauen und von außerhalb der Zentrifuge die seltsam geneigten Silhouetten auf der rotierenden Scheibe beobachten. Österreich sei ein « Tagada-Land », sagen SchaustellerInnen. Dieses Fahrgeschäft wurde in den 1970er-Jahren populär und 16 Exemplare touren heute immer noch mit den Kirtagen durch die Bundesländer. Eines ist außerdem im Wiener Prater angesiedelt. Was hat es mit diesem Karussell auf sich? Weshalb zieht es speziell junge Menschen über Generationen hinweg zum Tagada?

Meine Sendung für Ö1 ist hier 28 Tage lang abrufbar: oe1.orf.at/programm/20260908/844232/Fahrgeschaeft-mit-Fangemeinde-das-Tagada

Über ein Facebook-Verbot für Senior:innen

Gefahren und Generationenkonflikt in den sozialen Netzwerken

Kindern und Jugendlichen wird Social Media verboten. Die Bundesregierung will in den kommenden Wochen einen Gesetzesentwurf vorlegen, um unter 14-Jährige vor Risiken zu schützen, die auf TikTok, Instagram und anderen Plattformen lauern. Aus der Gesellschaft mehren sich gleichzeitig Hinweise darauf, dass diese Gefahren vulnerable Menschen auch im hohen Alter betreffen. Ältere Nutzerinnen und Nutzer teilen in den USA mehr Falschmeldungen online als jüngere; erwachsene Kinder suchen in Deutschland immer öfter bei spezialisierten Einrichtungen wegen ihrer radikalisierten Eltern Hilfe; Handysucht werde ein Thema auch im Pensionsalter, berichten österreichische Beratungsstellen. In diesem Kontext sorgte der provokante Gedanke eines deutschen Influencers vor einigen Monaten für Wirbel: Sollten wir nicht auch über ein Social-Media-Verbot für über 60-Jährige nachdenken? Moment über einen nicht ernst gemeinten Vorschlag und die ernsten Fragen, die er aufwirft.

Auf der Ö1-Homepage kann man meinen Beitrag 28 Tage lang nachhören: oe1.orf.at/programm/20260701/835943/Ueber-ein-Facebook-Verbot-fuer-Senior-innen

Als Hobby: Spione ausspionieren

Ein Club kundschaftet Satellitenabhörstationen in Österreich aus

Antennen auf dem Dach der russischen Vertretung bei der UNO in Wien © CC 3.0 Nomen Nescio

In Wien wird er geläufig « Russencity » genannt. Am Gebäudekomplex der russischen Vertretung bei der UNO im 22. Gemeindebezirk fällt vor allem eines ins Auge: der Wald von Antennen auf dem Dach, von denen einige mehrere Meter hoch sind. Es gilt als gesichert, dass diese Botschaft als inoffizielle Satellitenabhörstation fungiert.
Ganz im Sinne einer zivilen Nachrichtendienstarbeit (citizen intelligence) hat sich eine diskrete Gruppe von Bürgern formiert, die in ihrer Freizeit diese Antennen aus sicherer Entfernung auskundschaften. Sie sind mit Funkdetektoren, Teleobjektiven und Drohnen bewaffnet, setzen auf Schwarmintelligenz und nennen sich « Nomen Nescio Club ». 2014 hat der dazu beigetragen, US-amerikanische Überwachungstationen aufzudecken. Seit Beginn des Ukrainekriegs interessiert sich der Club für russische Aktivitäten.
Wie man Weltpolitik auf den Dächern Wiens verfolgen, Geheimes aufdecken und dabei großen Spaß haben kann: Ein Moment mit dem Nomen Nescio Club und den anonymen Menschen, deren Hobby es ist, Spione auszuspionieren.

Hier geht es zu meiner Sendung.

Der Vorname: Eine lebenslange Entscheidung mit Folgen

Das Erste, was man beim Kennenlernen von Menschen erfährt, ist meist jene Benennung, die ihre Eltern für sie ausgesucht haben – den Vornamen. Ob Irmgard oder Emilia, Mahdi oder Andreas, Emil oder Kevin, der Vorname kann die Erwartungshaltung des Gegenübers beeinflussen, manchmal über den ersten Eindruck hinaus. Ob er uns gefällt oder nicht, scheint unser Vorname mit unserer Identität verbunden zu sein, sodass offizielle Vornamensänderungen die Ausnahme sind. Nach welchen Kriterien treffen Mütter und Väter heute diese lebenslange Entscheidung für ihre Kinder? Wie lebt es sich als Erwachsene mit dem von den Eltern Ausgesuchten? Wie hat sich die österreichische Namenskultur im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Ich habe den ersten Teil der Themenwoche « Namen. Identifikation und mehr » von Moment gestaltet und die Sendung wurde gestern auf Ö1 gesendet. Hier bleibt sie 28 Tage lang online.