Wenn Kranksein Müll macht

Gefährlich. Umweltschädlich. Unvermeidlich. Problemfeld: Medizinabfall

Der gefährliche medizinische Abfall wird in schwarzen bruchfesten Gebinden gesammelt. Was dann genau damit passiert, haben Ö1-ZuhörerInnen heute in der Sendung « Moment » erfahren.

Der Herbst ist da. Der kalte Wind weht Laub über die Straßen. Und seit drei Jahren verweht er zudem sorglos entsorgte Mund-Nasen-Schutz-Masken. Sie sind der sichtbare Teil des „Corona-Mülls“. Vor allem in Arztordinationen, Labors und Spitälern häufen sich verbrauchte Tests, Einwegschutzausrüstungen und Verpackungen. Aber ist das Problem akut oder doch vielleicht eher chronisch? Aufgrund der Infektionsgefahr ist seit jeher der Spielraum für Abfallvermeidung oder Recyceln in der Medizin gering.

Wie der medizinische Abfall entsorgt wird. Wie Einrichtungen und Personal mit den großen Mengen umgehen. Und wie schwer der Umweltgedanke wiegt, wenn es auch um Patientensicherheit geht.

Darum ging es heute in meiner Sendung für die Ö1-Reihe « Moment ». Hier der Link, um sie nachzuhören (sie bleibt eine Woche online): oe1.orf.at/player/20220927/691811/1664285403228

Für die Sendung habe ich mit Alexander Kirchner die Anlage « Simmeringer Haide » in Wien besichtigt. Spitäler, Labors und Arztpraxen aus ganz Österreich liefern ihren gefährlichen Müll hierher.

Zurück in den Kindergarten

Wenn Eltern und Kindergartenpersonal die Geduld verlieren. Krise in der Elementarpädagogik: Was zwei Jahre Pandemie geändert haben

In Salzburg starteten Eltern Anfang April eine mittlerweile von mehreren tausend Menschen unterschriebene Petition, nachdem der Kindergarten ihrer Söhne und Töchter mangels arbeitsfähiger Pädagog:innen plötzlich schließen musste. In Wien begehren die vier größten Kindergarten- und Hort-Trägerorganisationen gegen unzureichende finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand auf. In Sankt-Pölten, Linz, Klagenfurt und anderen Städten gingen Ende März Mitarbeiter:innen von Krippen, Kindergärten und Horten auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

Eltern, Personal und Expert:innen schlagen Alarm: Es kriselt in den Kindergärten des Landes – und der Notstand hängt nur bedingt mit der aktuellen Pandemie zusammen. Was Corona aber möglicherweise schon bewirkt hat: die gesellschaftliche Anerkennung für die Arbeit im Kindergarten scheint allmählich zu steigen.

Mein Moment noch 6 Tage zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20220426/676079/Die-grosse-Krise-der-Elementarpaedagogik

Und heute um 15:50 Uhr auf Ö1: die Reaktionen der Hörer:innen.

Wertschätzung am Arbeitsplatz: Was steckt hinter dem Schlagwort der Managementlehrbücher?

Mein « Moment am Sonntag » noch drei Tage für alle verfügbar im Ö1-Player! oe1.orf.at/player/20220403/674913

Im BFI in Wien trainiert Lisa Gruber Führungskräfte in Sachen Mitarbeiterführung.

Wertschätzung ist seit ein paar Jahren in den Unternehmen en vogue. Nicht nur das faire Gehalt zählt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen vermehrt Wert auf Menschlichkeit und Anerkennung. In manchen Chefetagen wird der Führungsstil angepasst, in der Hoffnung, dass Wertschätzung indirekt zu mehr Wertschöpfung führt. Dabei warnen die Managementratgeber: Echte und effizienteste Wertschätzung muss von Herzen kommen: Wer Lob bekommt, darf keine versteckte Absicht spüren.

Mit Generaloberin Angelika Garstenauer

Woher kommt dieser Trend? Kann in der Arbeit tatsächlich das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung erfüllt werden? Rentiert es sich für die Unternehmen? Und überhaupt: Was konkret meinen Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen, wenn sie von „Wertschätzung“ sprechen?

Die Recherche hat mich u.a. auf die wilden Wiener Straßen mit einem Radlieferanten und ins Kloster der Franziskanerinnen von Vöcklabruck geführt …

Eine Stimme am Apparat

Ein Telefondolmetsch-Dienst für gehörlose und schwerhörige Menschen

Die Nachfrage ist zurzeit beim Relay-Service des Vereins Service-Center ÖGS*-Barrierefreiheit sehr hoch. Denn in Zeiten der Pandemie lassen sich viele Amtswege nicht mehr persönlich erledigen und die Möglichkeiten, mit Behörden, Bank, Stromanbieter & Co. schriftlich zu kommunizieren, sind begrenzt. Was hörende Menschen mit einem einfachen Telefonat erledigen können, ist für Gehörlose und Schwerhörige oft unmöglich. Da hilft das Relay-Service in Wien. Dessen Mitarbeiterinnen sind für Kundinnen und Kunden Ohr und Stimme am Apparat und helfen Gehörlosen und Hörenden, sich in Gebärden- und Lautsprache zu verständigen. Damit hält das Telefonieren Einzug in die Gehörlosenkultur – samt Warteschleifen, Anrufbeantwortern und wortlosem Auflegen.

Mein 10-minütiger Beitrag dazu ist gestern in Moment auf Ö1 gesendet worden und bleibt noch 6 Tage online: oe1.orf.at/programm/20211201/658064/Telefondolmetsch-Dienst-fuer-gehoerlose-Menschen

*ÖGS = Österreichische Gebärdensprache

Meine Zähne und ich

Hörtipp für heute, 18.15 Uhr! Meine Sendung (mit Jonathan Scheucher) wird auf Ö1 gesendet. Garantiert ohne neue politische Ankündigung…

Vom ersten Zahn bis zum Gebiss im Glas. Eine Entwicklungsgeschichte

Interview mit Dentalanthropologe Kurt W. Alt – inklusive alten Römerzähnen ©S. Plattner

Unsere Zähne begleiten uns ein Leben lang. Jede Mutter kennt die Unruhe, die sich in einem Säugling breit macht, ehe mit einem halben Jahr der erste Zahn durchbricht. Aufregend ist es auch zur Zeit des Schulbeginns, wenn der erste Milchzahn zu wackeln beginnt und schließlich ausfällt. In der Jugend quälen sich viele mit einer Zahnspange, die schief gewachsene Zähne wieder geraderichtet. Als Erwachsene entscheiden sich manche für einen künstlichen Eingriff, der ausschließlich der Verschönerung dient: Zähne werden aufgehellt oder mit einer Keramikschale umhüllt.
Auch in der Kulturwissenschaft spielen Zähne eine zentrale Rolle. Neben Knochen sind sie bei Ausgrabungen oft die einzigen Überreste des menschlichen Körpers. Bereits bei den Römern waren weiße Zähne ein Schönheitsideal. Und auch falsche Zähne wurden schon damals benutzt, um fehlende Frontzähne zu kaschieren.

oe1.orf.at/programm/20211010/655146/Meine-Zaehne-und-ich