Grüßen. Ein kleines Ritual, das schon alles sagt

+++ Hörtipp für morgen +++ 18.15 Uhr auf Ö1 ++++

Ich habe einen « Moment am Sonntag » mit Eva Gänsdorfer gestaltet. Zu hören: Betrachtungen über das Grüßen in Österreich, Erfahrungsberichte von spannenden Menschen (u.a. mir 😉 ) und tolle Musik.

Und wie war es damals? Aus Der deutsche Gruß, Geschichte einer unheilvollen Geste von Tilman Allert

Der Gruß als das kürzeste Stück Gesellschaft.

Das Coronavirus hat unser körperliches Grußverhalten grundlegend verändert. Händeschütteln, Umarmungen und « Bussi Bussi » gehen in Zeiten der Pandemie nicht mehr. Doch auch abseits von Hygienebestimmungen kann Grüßen kompliziert werden: « Grüß Gott » gleicht nicht « Guten Tag », und « Hallöchen » nicht « Sehr geehrte Damen und Herren ». Grußrituale sind Türöffner der Kommunikation, unentbehrlich und sollen Ehrerbietung und Zugehörigkeit vermitteln. Ob mündlich oder schriftlich, Gestik oder Mimik – ein Gruß verrät viel über die Herkunft des Gegenübers, sein Milieu oder eine ganze Generation. Außenstehende müssen die « Codes » des Grüßens kennen. Und das Nicht-Grüßen ist auch ein Statement. Eine Reflexion über Gesten und Worte, die Menschen meist automatisch vollziehen, ohne an deren soziale und kulturelle Bedeutung zu denken.

oe1.orf.at/programm/20210307/630717/Hallo-Gruess-Gott-Guten-Tag-Gruessen-als-Alltagsritual

« Mein Akzent »

Heute um 15.30 Uhr wird meine Sendung zum Thema « Mein Akzent » auf Ö1 gesendet: oe1.orf.at/programm/20210209/627666/Reden-mit-Akzent

Es geht nicht um meinen persönlichen Akzent, sondern darum, wie fremdsprachige Akzente Identität stiften. Ich durfte über dieses spannende Thema mit vielen AkzentsprecherInnen und Expertinnen sprechen.

Hörbarer Unterschied, Aushängeschild eines Lebens über die Grenzen, melodischer Beitrag zur Diversität oder aber Diskriminierungsgrund.

Fast 17 Prozent der Bevölkerung in Österreich hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Grob gerechnet: rund ein Fünftel der Menschen sprechen mit einem fremdsprachigen Akzent – bundesdeutsch inklusive. Die Akzente bestimmen unterschwellig die Identität jener, die sie haben. Und sie lösen sogar physikalische Reaktionen bei jenen aus, die sie hören. Türkisch, rumänisch, italienisch, tschechisch – gleichen sich alle Sprachmelodien und Aussprachemuster?

Das Gift der Zigarettenenden

Und noch ein Umweltthema… Einer meiner ersten Beiträge für Moment ist gestern wiederholt worden und kann also sieben Tage nachgehört werden, und zwar genau hier: oe1.orf.at/player/20200903/611310/1599139802724

Klein, aber keine Kleinigkeit: der achtlos weggeworfene Zigarettenstummel

Laut « Naturschutzbund Österreich » werden hierzulande jedes Jahr 4,5 Billionen Zigarettenstummel weggeworfen – eine besondere Belastung für die Umwelt. In einem einzigen Stummel befinden sich bis zu 4.000 schädliche Stoffe. Das dicke Ende des genussvoll gerauchten Glimmstängels findet man im Magen vieler Tiere, es beeinträchtigt das Wachstum der Pflanzen, im Süßwasser zerfällt es erst nach 15 Jahren.

Die RaserInnen

Bolzen, Rasen, Drängen. Warum Schnellfahren auf der Straße für « cool » gehalten wird – besonders in Österreich

Meine zweite Sendung in der Moment-Schwerpunktwoche zum Thema « Tempo! Leben mit Geschwindigkeit » wird heute gesendet. 15.30 Uhr auf Ö1 und dann 7 Tage online.

Warum macht Geschwindigkeit auf der Straße so Vielen Spaß? Ob Auto, Motorrad oder Fahrrad, was passiert im Kopf eines Rasers oder einer Raserin, wenn er oder sie auf das Gaspedal steigt? Über das Randphänomen der sogenannten « RoadrunnerInnen » hinaus, die in ihrer Freizeit gerne mal mit Tempo 300 über die Autobahn jagen, gibt es in Österreich einen überdurchschnittlichen Anteil an Fahrern und Fahrerinnen, die für gewöhnlich fünf, zehn oder fünfzehn Kilometer je Stunde über dem Tempolimit fahren. Zu schnelles Fahren gilt als Kavaliersdelikt; die Gefahr dabei wird ignoriert. Kann sich die österreichische Verkehrskultur noch ändern?

Das Notwendigste ist das Tempo

Hörtipp +++ heute um 15.30 auf Ö1 +++ dann 7 Tage online hier.

Das Notwendigste ist das Tempo.
Was Geschwindigkeit für Musik- und Tanzprofis bedeutet

Adela Liculescu

« Das Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo », schrieb Mozart 1777 seinem Vater. Das gilt immer noch für alle Musik- und Tanzbegeisterte, ob Klaviervirtuosin oder DJ, Flamenco-Choreograf oder TikTok-Tänzerin, Radiomoderator oder Musikforscher.
Tempo ,Tempo! Wie schnell können aber MusikerInnen überhaupt spielen? Können sie mit Beethovens verrücktem Metronom mithalten? Ist schneller immer spannender? Wie üben VirtuosInnen der Musik und Tanz die Geschwindigkeit? Was passiert in ihrem Körper, in ihrem Kopf, wenn das Tempo rast? Warum hören Menschen so gerne Musik mit 120 « beats per minute »? Ist die Musik dazu verdammt, immer flotter zu werden? Eine Recherche in verschiedenen Bereichen des Kulturlebens.

https://oe1.orf.at/programm/20200825/608939/Schwerpunkt-Tempo-Leben-mit-Geschwindigkeit