Eine Stimme am Apparat

Ein Telefondolmetsch-Dienst für gehörlose und schwerhörige Menschen

Die Nachfrage ist zurzeit beim Relay-Service des Vereins Service-Center ÖGS*-Barrierefreiheit sehr hoch. Denn in Zeiten der Pandemie lassen sich viele Amtswege nicht mehr persönlich erledigen und die Möglichkeiten, mit Behörden, Bank, Stromanbieter & Co. schriftlich zu kommunizieren, sind begrenzt. Was hörende Menschen mit einem einfachen Telefonat erledigen können, ist für Gehörlose und Schwerhörige oft unmöglich. Da hilft das Relay-Service in Wien. Dessen Mitarbeiterinnen sind für Kundinnen und Kunden Ohr und Stimme am Apparat und helfen Gehörlosen und Hörenden, sich in Gebärden- und Lautsprache zu verständigen. Damit hält das Telefonieren Einzug in die Gehörlosenkultur – samt Warteschleifen, Anrufbeantwortern und wortlosem Auflegen.

Mein 10-minütiger Beitrag dazu ist gestern in Moment auf Ö1 gesendet worden und bleibt noch 6 Tage online: oe1.orf.at/programm/20211201/658064/Telefondolmetsch-Dienst-fuer-gehoerlose-Menschen

*ÖGS = Österreichische Gebärdensprache

Meine Zähne und ich

Hörtipp für heute, 18.15 Uhr! Meine Sendung (mit Jonathan Scheucher) wird auf Ö1 gesendet. Garantiert ohne neue politische Ankündigung…

Vom ersten Zahn bis zum Gebiss im Glas. Eine Entwicklungsgeschichte

Interview mit Dentalanthropologe Kurt W. Alt – inklusive alten Römerzähnen ©S. Plattner

Unsere Zähne begleiten uns ein Leben lang. Jede Mutter kennt die Unruhe, die sich in einem Säugling breit macht, ehe mit einem halben Jahr der erste Zahn durchbricht. Aufregend ist es auch zur Zeit des Schulbeginns, wenn der erste Milchzahn zu wackeln beginnt und schließlich ausfällt. In der Jugend quälen sich viele mit einer Zahnspange, die schief gewachsene Zähne wieder geraderichtet. Als Erwachsene entscheiden sich manche für einen künstlichen Eingriff, der ausschließlich der Verschönerung dient: Zähne werden aufgehellt oder mit einer Keramikschale umhüllt.
Auch in der Kulturwissenschaft spielen Zähne eine zentrale Rolle. Neben Knochen sind sie bei Ausgrabungen oft die einzigen Überreste des menschlichen Körpers. Bereits bei den Römern waren weiße Zähne ein Schönheitsideal. Und auch falsche Zähne wurden schon damals benutzt, um fehlende Frontzähne zu kaschieren.

oe1.orf.at/programm/20211010/655146/Meine-Zaehne-und-ich

Das große Rechnen vor der Pension

Meine letzte Sendung für Ö1 kann bis Dienstag nachgehört werden: oe1.orf.at/player/20210622/641776/1624368607275

Kalkulation oder Improvisation? Die Finanzplanung für den Ruhestand

Österreich zählt mehr als vier Millionen Pensionsversicherte und fast zwei Millionen BezieherInnen einer Alterspension. Das sind insgesamt sechs Millionen Menschen, die entweder für später vorsorgen oder von der früheren Vorsorge leben – aber keine sechs Millionen Vorsorge-Fachleute. Vielmehr bleibt für viele die Höhe der zu erwartenden Pension lange mysteriös. Erst wenn der Tag X naht – der sogenannte „Pensionsstichtag“ –, beginnen Pensionsversicherte zu kalkulieren und an ihrem Finanzierungsplan für den Ruhestand zu arbeiten. So tun es die meisten von ihnen.
Wie erleben die Betroffenen das große Rechnen vor dem Ruhestand? Welche Fehler sehen ExpertInnen?
Eine Sendung im Rahmen des Ö1-Schwerpunkts „Neue Wege ins Alter“.

Nach der Sendung konnten die ZuhörerInnen anrufen. Einen Ausschnitt ihrer Reaktionen wurde am nächsten Tag gesendet: oe1.orf.at/player/20210623/641832/1624456189863

Grüßen. Ein kleines Ritual, das schon alles sagt

+++ Hörtipp für morgen +++ 18.15 Uhr auf Ö1 ++++

Ich habe einen « Moment am Sonntag » mit Eva Gänsdorfer gestaltet. Zu hören: Betrachtungen über das Grüßen in Österreich, Erfahrungsberichte von spannenden Menschen (u.a. mir 😉 ) und tolle Musik.

Und wie war es damals? Aus Der deutsche Gruß, Geschichte einer unheilvollen Geste von Tilman Allert

Der Gruß als das kürzeste Stück Gesellschaft.

Das Coronavirus hat unser körperliches Grußverhalten grundlegend verändert. Händeschütteln, Umarmungen und « Bussi Bussi » gehen in Zeiten der Pandemie nicht mehr. Doch auch abseits von Hygienebestimmungen kann Grüßen kompliziert werden: « Grüß Gott » gleicht nicht « Guten Tag », und « Hallöchen » nicht « Sehr geehrte Damen und Herren ». Grußrituale sind Türöffner der Kommunikation, unentbehrlich und sollen Ehrerbietung und Zugehörigkeit vermitteln. Ob mündlich oder schriftlich, Gestik oder Mimik – ein Gruß verrät viel über die Herkunft des Gegenübers, sein Milieu oder eine ganze Generation. Außenstehende müssen die « Codes » des Grüßens kennen. Und das Nicht-Grüßen ist auch ein Statement. Eine Reflexion über Gesten und Worte, die Menschen meist automatisch vollziehen, ohne an deren soziale und kulturelle Bedeutung zu denken.

oe1.orf.at/programm/20210307/630717/Hallo-Gruess-Gott-Guten-Tag-Gruessen-als-Alltagsritual

« Mein Akzent »

Heute um 15.30 Uhr wird meine Sendung zum Thema « Mein Akzent » auf Ö1 gesendet: oe1.orf.at/programm/20210209/627666/Reden-mit-Akzent

Es geht nicht um meinen persönlichen Akzent, sondern darum, wie fremdsprachige Akzente Identität stiften. Ich durfte über dieses spannende Thema mit vielen AkzentsprecherInnen und Expertinnen sprechen.

Hörbarer Unterschied, Aushängeschild eines Lebens über die Grenzen, melodischer Beitrag zur Diversität oder aber Diskriminierungsgrund.

Fast 17 Prozent der Bevölkerung in Österreich hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Grob gerechnet: rund ein Fünftel der Menschen sprechen mit einem fremdsprachigen Akzent – bundesdeutsch inklusive. Die Akzente bestimmen unterschwellig die Identität jener, die sie haben. Und sie lösen sogar physikalische Reaktionen bei jenen aus, die sie hören. Türkisch, rumänisch, italienisch, tschechisch – gleichen sich alle Sprachmelodien und Aussprachemuster?