Am Dienstag habe ich den JournalistInnenpreis des Österreichischen Integrationsfonds in der Kategorie Radio/Podcast bekommen.
Nicht, weil ich als ausländische Journalistin in Österreich besonders gut integriert bin, sondern weil ich für Ö1 eine Sendung zum Thema Zwangsverheiratung gemacht habe. In der Sendung geht es vor allem um die Arbeit von Orient Express. Der migrantische Frauenverein unterstützt Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat betroffen oder bedroht sind. Es war eine spannende Recherche, bei der es vor allem darum ging, Vorurteile zu hinterfragen.
„Georgien droht nach seiner Parlamentswahl eine Zerreißprobe“, war in einer Meldung der Austria Presse Agentur zu lesen. „Regieren oder nicht: Erste Zerreißprobe für Wagenknechts Bündnis?“, las man im Kurier. Journalistinnen und Journalisten lieben dieses Wort … Aber was sagt ein Techniker? Mein Beitrag dazu wurde heute gesendet und ist hier nachzuhören (5 Minuten): https://sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-zerreissprobe
In Österreich leben rund 10.000 Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden, schätzt eine im September veröffentlichte Studie der Medizinischen Universität Wien. Betroffene kommen oft aus Ägypten oder Somalia, aber auch zwischen 1.700 und 3.000 Mädchen, die hier aufwachsen, gelten als gefährdet. Wie kann diese verbotene Praktik bekämpft werden? Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, antworten jene, die in dem Bereich arbeiten. Leicht ist es aber nicht, denn das Thema ist hochkomplex. Und nicht nur die Frauen selbst brauchen Informationen und Unterstützung, sondern Gynäkologinnen, Hebammen, Kinderärztinnen und Sozialarbeiterinnen. Von schwierigen Gesprächen, Kulturbarrieren und Tabus.
Vom 26. Juli bis zum 11. August 2024 finden in Paris die Olympischen Sommerspiele statt. Vieles wird sich aber, strenggenommen, nicht in der Gemeinde Paris abspielen, sondern in Vororten der französischen Hauptstadt, in der Pariser Banlieue.
Die Vorbereitungen für das Großereignis Olympische Sommerspiele haben in den vergangenen Jahren dem Riesenprojekt « Grand Paris » einen Schub verliehen. Es soll die verhältnismäßig kleine Kernstadt Paris und das angrenzende städtische Gefüge besser verbinden – verwaltungstechnisch und stadtplanerisch -, damit eine kompetitive Metropole an der Seine entsteht. Die konkreteste Neuigkeit für die 7 Millionen Einwohner:innen: die Banlieue bekommt eigene U-Bahn-Linien.
Liefert die Metropolisierung eine Antwort auf 40 Jahre Krise in der Banlieue? Weite Teile der Bevölkerung haben Angst, außen vor gelassen zu werden. Die öffentliche Hand lässt zwar auf die Zäune der kolossalen Baustellen plakatieren, die Olympiade sei ein « Geschichte-Beschleuniger », doch welche Geschichte wird hier genau beschleunigt?
Es ist bekannt: Die Geschichte der Banlieue ist eine von Ausgrenzung und Revolten am Rande einer Weltstadt. Eine lange Geschichte von stadtplanerischen Versuchen, Ordnung in das bauliche Durcheinander zu bringen. Man vergisst im Ausland aber gerne, dass sich in der Pariser Banlieue nicht nur die ärmsten, sondern auch manche der reichsten Gemeinden des Landes befinden – und alles dazwischen. Das Wort Banlieue ist in der deutschen Sprache zum Synonym für urbane Versäumnisse geworden und wird oft als Menetekel verwendet. Währenddessen verschwindet der reale Ort von der kollektiven Wahrnehmung.