Wort der Woche: « unpolitisch »

Der Eurovision-Song Contest wird heuer im Mai in Schweden stattfinden. Aktuell machen die Länder ihre Beiträge bekannt – das österreichische Lied soll etwa am kommenden Freitag präsentiert werden.

Ein Song sorgt bereits für Aufruhr. Der Beitrag der israelischen Teilnehmerin wird laut Medienberichten den Terrorangriff der Hamas im vergangenen Oktober thematisieren. Das würde den Regeln widersprechen: Song-Contest-Beiträge müssen nämlich „unpolitisch“ sein. Der israelische Kulturminister verteidigte kürzlich den Song mit dem Titel „November rain“. Dieser sei tatsächlich „nicht politisch“. Und sogar der Präsident des Landes meldete sich in der Polemik zu Wort.

In einem anderen Bereich: Mitte Februar machte die Schlagzeile die Runde, dass das Social Media Instagram bald „unpolitisch werden“ soll. Was das genau bedeutet, darüber ist man uneins.

„Unpolitisch“ ist heute unser « Wort der Woche » gewesen und hier können Interessierte meinen Beitrag nachhören: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-unpolitisch

„Österreich sah mich als Sexualstraftäter“

Was Wiedergutmachung für strafrechtlich verfolgte Homosexuelle bedeutet

Bis in die 2000er Jahre wurden in Österreich Tausende Menschen aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt. Denn auch nach Ende des Totalverbots 1971 blieben diskriminierende Strafbestimmungen aufrecht, die nur sie traf, wie etwa ein Werbeverbot oder ein niedrigeres Schutzalter. Erst 2002 wurde der letzte Paragraf vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Im vergangenen Oktober kündigte die Justizministerin an, die in der Zweiten Republik strafrechtlich verfolgten Homosexuellen rehabilitieren und finanziell entschädigen zu wollen. Die neue Regelung ist Anfang Februar in Kraft getreten. Wie wirkten sich die diskriminierenden Paragrafen auf das Leben homosexueller Menschen aus? Was bedeutet die Wiedergutmachung für Betroffene heute, zwei Jahrzehnte später? Darüber habe ich für Ö1 berichtet.

Ablehnung gegenüber Homosexualität: A. Brunner vom Zentrum QWien zeigt ein zerrissenes Plakat aus den 1980er Jahren.

Wort der Woche: pride

Das inoffizielle Wort der Woche ist wahrlich « Excel« . Aber …

Auch in diesem Juni feiert die LGBT-Community den „Pride-Monat“, bei dem es darum geht, Sichtbarkeit zu schaffen und Toleranz gegenüber Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität zu fördern. Am vergangenen Samstag zog eine „Pride-Parade“ durch die Bregenzer Innenstadt; in Graz, Linz und anderen Städten werden im Laufe des Monats weitere Aufmärsche folgen; Wien veranstaltet ein ganzes Festival mit dem Namen „Pride Vienna“ vom 1. bis 18. Juni.

„Pride“ war heute das « Wort der Woche » bei Moment und ich habe die Soziologin der Emotionen Anna Durnová dazu interviewt. In diesem kurzen Beitrag hört ihr, welchen Sinn sie darin sieht, so intime Sachen wie Liebe, Geschlecht und Sexualität in die Öffentlichkeit zu feiern. Sie erklärt auch die Rolle, die das Gefühl von Stolz/Pride in der Entstehung von sozialen Bewegungen spielt.

Hier geht es direkt zum Beitrag: oe1.orf.at/player/20230607/722206/1686145761000

Dichten zwischen Sprachen

Ein literarischer Workshop für Menschen mit anderer Erstsprache als Deutsch

Gestern in Moment und noch 6 Tage online auf der Ö1-Homepage: oe1.orf.at/player/20230531/720266/1685539800999

Menschen mit einer anderen Erstsprache fällt es nicht leicht, sich künstlerisch auf Deutsch auszudrücken. Es herrscht Angst vor Fehlern oder abwertenden Reaktionen. Migrantinnen und Migranten und ihre Kinder denken oft in verschiedenen Sprachen, aber Sprachen mischen beim Schreiben ist verpönt. Eine übersetzte Metapher hinkt. Manche Sätze klingen „einfach nicht deutsch“, aber keiner kann erklären, warum.

Das „Kollektiv Sprachwechsel“ sieht jedoch im Dichten zwischen Sprachen eine zu wenig angezapfte Quelle für literarische Schöpfung und organisierte im Wiener Sandleitenhof in Kooperation mit dem Kulturverein „SOHO in Ottakring“ eine kurze Workshopreihe mit Schriftsteller Ovid Pop und Rap-Musikerin Schwesta Ebra. Sie wollen der Bevölkerung dazu verhelfen, ihre literarische Stimme zu finden, trotz Fehlern und Fremdwörtern, die in das Geschriebene eindringen. Oder gerade deswegen? Über das Dichten mit, trotz, ohne, dank oder zwischen Fremdwörtern und Fehlern. Eine Reportage.

Hinweis: Wer hören will, wie die fertiggestellten Texte klingen, die in den Workshops entstanden sind, kann zur Abschlussveranstaltung am kommenden Freitagabend kommen. Inspiriert vom südamerikanischen Format sarau werden Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer und alle, die es möchten, ihre Produktionen in gemütlicher Atmosphäre vortragen. Im Lokal des Kulturvereins SOHO im Sandleitenhof in Wien Ottakring, um 19 Uhr.

Les Autrichiens sont-ils encore nostalgiques de l’époque des Habsbourg?

L’histoire et comment elle influence la société actuelle : on continue dans la lancée des questions posées avec Dollfuss, avec aujourd’hui un chapitre de leur histoire nettement plus apprécié des Autrichiens…

Le mémorial Sissi du Volksgarten, parfaitement situé entre la chancellerie fédérale, le parlement autrichien et le Burgtheater (en arrière-plan).

À Vienne, ancienne capitale de l’empire austro-hongrois et aujourd’hui celle de la bien plus petite République d’Autriche, le passé et surtout celui de la grande époque des Habsbourg est très présent : dans les monuments, les noms de rue ou sur les vénérables enseignes de certains commerces, qui se targuent encore d’avoir été, il y a plus d’un siècle, les fournisseurs de la cour. Sans parler de certaines survivances socioculturelles, comme la possibilité pour les hauts fonctionnaires d’obtenir, à vie, le titre de Hofrat, conseiller de la cour. Il convient alors d’utiliser ce titre officiel lorsqu’on leur adresse la parole…

Les Autrichiens qui vivent à l’ombre de toute cette splendeur passée sont-ils encore nostalgiques du „monde d’hier“, comme l’écrivain Stefan Zweig en son temps et, pour sa part, de manière bien compréhensible ? C’est la question que m’a posée Accents d’Europe. Le résultat ? Une recherche dans les rues de Vienne et dans les pages de livres d’histoire, diffusée le 2 mai dernier : www.rfi.fr/fr/podcasts/accents-d-europe/20230502-les-sicules-ce-peuple-de-gardes-fronti%C3%A8res-en-roumanie