Wer aller das Lehrpersonal unterstützt

Von Schulwarten, Schulsekretärinnen, Schulsozialarbeitern und anderem Schulpersonal

Schulwart Halil Berkmen und Raumpflegerin Narges Rangamiz in der Volksschule Vorgartenstraße 95-97 in Wien.

An vielen Orten fehlen die nötigen Lehrkräfte, doch die Verantwortlichen haben eine Lösung: mehr Supportpersonal. Dieses soll Nebenaufgaben übernehmen, damit Lehrerinnen und Lehrer sich auf das Pädagogische konzentrieren können. In einer Klasse versucht etwa ein Schulassistent, zwei unruhige Schüler dazu zu bringen, dass sie auf den Unterricht aufpassen. Im Beratungsraum nebenan organisiert der Schulsozialarbeiter Hilfe für eine Schülerin mit psychischen Problemen. In der Direktion versucht sich eine sprachgewandte Schulsekretärin an Türkisch und Arabisch und informiert Eltern. Und der Schulwart, die Raumpflegerin? Sie sind vom Zustand der Schultoiletten etwas befremdet, aber geben den Kampf für ein ordentliches Schulgebäude nicht auf.
Einblicke in den Alltag hinter den Schulkulissen.
Ich habe den dritten Teil der Moment-Themenwoche « Arbeiten in der Schule » gestaltet. Die Sendung wurde am Mittwoch gesendet und Interessierte können sie hier nachhören: https://oe1.orf.at/programm/20241211/778953/Wer-aller-das-Lehrpersonal-unterstuetzt

Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich

Warum darüber gesprochen werden muss – und wie

In Österreich leben rund 10.000 Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden, schätzt eine im September veröffentlichte Studie der Medizinischen Universität Wien. Betroffene kommen oft aus Ägypten oder Somalia, aber auch zwischen 1.700 und 3.000 Mädchen, die hier aufwachsen, gelten als gefährdet. Wie kann diese verbotene Praktik bekämpft werden? Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, antworten jene, die in dem Bereich arbeiten. Leicht ist es aber nicht, denn das Thema ist hochkomplex. Und nicht nur die Frauen selbst brauchen Informationen und Unterstützung, sondern Gynäkologinnen, Hebammen, Kinderärztinnen und Sozialarbeiterinnen. Von schwierigen Gesprächen, Kulturbarrieren und Tabus.

Meine Sendung bleibt 28 Tage online: https://oe1.orf.at/programm/20241015/772647/Weibliche-Genitalverstuemmelung-in-Oesterreich

LINKS zur Sendung:

Peninah Lesorogols Schmuckgeschäft: www.samburu.at

Informationen zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich
fgm-koordinationsstelle.at

In Wien: femsued.at

Aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien public-health.meduniwien.ac.at/en/about-us/news/news/abschlussbericht-der-studie-zu-weiblicher-genitalverstuemmelung

Wort der Woche: « unpolitisch »

Der Eurovision-Song Contest wird heuer im Mai in Schweden stattfinden. Aktuell machen die Länder ihre Beiträge bekannt – das österreichische Lied soll etwa am kommenden Freitag präsentiert werden.

Ein Song sorgt bereits für Aufruhr. Der Beitrag der israelischen Teilnehmerin wird laut Medienberichten den Terrorangriff der Hamas im vergangenen Oktober thematisieren. Das würde den Regeln widersprechen: Song-Contest-Beiträge müssen nämlich „unpolitisch“ sein. Der israelische Kulturminister verteidigte kürzlich den Song mit dem Titel „November rain“. Dieser sei tatsächlich „nicht politisch“. Und sogar der Präsident des Landes meldete sich in der Polemik zu Wort.

In einem anderen Bereich: Mitte Februar machte die Schlagzeile die Runde, dass das Social Media Instagram bald „unpolitisch werden“ soll. Was das genau bedeutet, darüber ist man uneins.

„Unpolitisch“ ist heute unser « Wort der Woche » gewesen und hier können Interessierte meinen Beitrag nachhören: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-unpolitisch

Gewalt durch Verheiratung

Ein Verein in Wien hilft Frauen, die zwangsverheiratet werden oder wurden

Die Europäische Union hat sich vergangene Woche zum ersten Mal auf ein gemeinsames Vorgehen in der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen geeinigt. Zwangsheirat ist eine von sieben Gewaltformen, für die nun Definitionen und Strafrahmen in den verschiedenen Mitgliedsländern harmonisiert werden. Die europäische Richtlinie soll es auch ermöglichen, mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen.

Viele falsche Vorstellungen um das Thema erschweren den Kampf gegen die Zwangsverheiratung, obwohl Schätzungen zufolge jährlich um die 200 Frauen in Österreich betroffen sind. Gängig sind die Ansichten, Zwangsheirat passiere nur in fremden Ländern, haben mit dem Islam zu tun, oder es gehe stets um ältere Männer und jüngere Bräute.
Wer sind diese Frauen? Was bedeutet eine Zwangsehe für die Betroffenen? Und wie kann ihnen geholfen werden? Meine Recherche über das Phänomen Zwangsheirat in Österreich und die Arbeit des spezialisierten Vereins Orient Express ist hier nachzuhören (25 Minuten): oe1.orf.at/programm/20240215/749853/Gewalt-durch-Verheiratung