„Österreich war mir zu eng“

Architekt Dietmar Feichtinger: von Bruck an der Mur in die banlieue

Nicht sicher wohin, aber er wollte weg. Großbritannien? Deutschland? Es wurde Frankreich. In den späten Achtzigerjahren staunte Dietmar Feichtinger als junger Architekt über die ambitionierte Pariser Baupolitik. Der Steirer etablierte sich bald in einem Vorort der französischen Hauptstadt. Dort, in Montreuil, erlebte er, wie die banlieue zu einer Bühne für immer wiederkehrende Unruhen wurde.

Der heute mehrfach preisgekrönte Baukünstler reflektiert für Ö1 über seinen doch liebenswerten Wohnort; darüber, wie seine Arbeit sich von seiner Erfahrung als Ausländer nährt; und wie sich aus der Entfernung sein Blick auf die österreichische Heimat geändert hat.

Mein Beitrag wurde im Rahmen des Ö1-Schwerpunkts « Auslandsösterreicher*innen » am Nationalfeiertag gesendet. Hier geht es zum Beitrag (ab 17:50), bis Donnertag: oe1.orf.at/programm/20231026/738956/Paris-mon-amour

Wort der Woche: « Hardliner »

US-Kongress: Hardliner stellte Antrag auf Absetzung von McCarthy

meldete die Austria Presseagentur. Und ein US-Analyst sagte: „Unklar ist, was die rechten Rebellen antreibt“.

McCarthys rechtsradikaler Parteikollege Matt Gaetz jagte ihn aus dem Vorsitz des Repräsentantenhauses. Ein historischer Schritt. Der « Hardliner » Gaetz wirft McCarthy vor, einen drohenden Stillstand der Regierung dank eines Kompromisses mit den Demokraten abgewendet zu haben. Die Gruppe der Hardliner in der Republikanischen Partei wird immer stärker, berichtet die Austria Presseagentur.

„Hardliner“ war am 4. Oktober unser « Wort der Woche » – hier mein Beitrag in der Ö1-Mediathek, mit Katrin Praprotnik, Politikwissenschaftlerin an der Universität Graz und wissenschaftlicher Mitarbeiterin am Wiener Institut für Strategieanalysen: sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-hardliner

Mensch, Netz, Fisch. Die Daubelfischerei.

Was in und an einem quadratischen Fischernetz hängen kann

Eine Landdaubel an der Donau, in Mannswörth.

Heute, um 15.30 Uhr auf Ö1 und danach hier zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230925/733583/Mensch-Netz-Fisch-Die-Daubelfischerei

Manche sind auf Flössen errichtet, andere am Uferrand. Wer in oder um Wien an der Donau, an der Thaya oder an der March entlang spaziert ist, kennt vielleicht diese mit langen Kranarmen und großen Fischernetzen ausgestatteten Fischerhütten. Aber nur wenige wissen, dass sie « Krandaubel » oder « Landdaubel » heißen – benannt nach ihrem charakteristischen, quadratischen Fischernetz, der « Daubel ». Diese Bauten aus einer anderen Zeit bedeuten aber ihren Besitzern und Besitzerinnen sehr viel.

Ein Fischer sagt, die Daubelfischerei sei ein wichtiges Stück Wiener Geschichte.

Ein Fischer sagt, er fische mehr Klopapier als Karpfen aus der Donau.

Ein Fischer sagt, die Daubelfischerei werde es bald nicht mehr geben.

Ein Fischer sagt, er habe erst jetzt angefangen zu daubeln. Und es sei schön.

(Foto: Fischer Richard Prokosch erzählt die Geschichte der Daubelfischerei, die Geschichte des Flusses, die Geschichte seiner Familie, eine typische Wiener Geschichte)

*** Hier der Trailer von Natascha Muhics Filmdokumentation über die Daubelfischerei in und um Wien: www.youtube.com/watch?v=iWtJOLaqaHQ


75 A, 80 B, 85 C: die Quadratur des Körbchens

Vom Kleinstobjekt BH und seinem Paradox

« Körbchen » fertigt bügellose BHs an. Eine der Inhaberinnen, Elisabeth Leitner, in ihrem Geschäft.

Ein Büstenhalter soll stützen, aber nicht zwicken. Er soll bedecken, aber sich nicht unter der Kleidung abzeichnen. Er soll sexy, aber auch straßentauglich sein, funktional und erschwinglich noch dazu. Mit einem Wort: die Ansprüche sind paradox. 85 B oder 80 C, 75 G oder 105 A? « Mehr als 80 Prozent der Frauen tragen die falsche Größe », hört man aus einem Dessous-Geschäft. Viele junge Frauen verzichten darauf. Gehört der BH bald der Vergangenheit an, wie Mieder und Korsett? Oder ist das kompliziert hergestellte Wäschestück neues Empowerment?

Hier geht es zur Sendung; noch 7 Tage zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20230830/730289/75-A-80-B-85-C-die-Quadratur-des-Koerbchens

Von Kentern und dem KI-Hype

Diese Woche habe ich zwei kurze Beiträge für Moment gestaltet.

  • Heute haben wir unsere Rubrik Wort der Woche dem « Kentern » gewidmet.
« Kentersichere » Schiffe: Clemens Strasser und sein Team testen anhand Holzmodelle die Stabilität von Kreuzfahrtschiffen und Fischerbooten.

Vor einer Woche verunglückte ein Schiff im Mittelmeer. Ein Fischkutter. An Bord: 500 bis 750 Migrantinnen und Migranten und Menschen auf der Flucht, die von Libyen über Italien nach Europa gelangen wollten. Der Kutter ist rund 50 Seemeilen (90 Kilometer) südwestlich von Griechenland in Schwierigkeit geraten. 104 Menschen überlebten; für die anderen gibt es heute keine Hoffnung mehr. Der besonders dramatische Schiffbruch wird seitdem intensiv besprochen – in Griechenland, wo am Wochenende gewählt wird, und über die Grenzen hinaus. Noch viele Fragen sind offen; Die UNO fordert Ermittlungen sowohl zum Ablauf des Unfalls als auch zur Rolle der griechischen Küstenwache, die Kontakt mit dem Schiff aufgenommen hatte.
Was man bisher weiß: Das Schiff war übervoll und ist gekentert.

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