Rausch aus dem Luftballon

Nach der Wiederholung meiner Sendung zum Thema Zwangsverheiratung vorgestern ist gestern ein neuer Beitrag von mir ausgestrahlt worden.

Darin geht es um die legale Trenddroge Lachgas.

Vor zwei Wochen hat der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach angekündigt, den Verkauf von Distickstoffmonoxid – bekannt als « Lachgas » – an Minderjährige gesetzlich verbieten zu wollen. Frankreich, die Niederlande, England und andere europäische Länder sind bereits diesen Schritt gegangen. Auch in Österreich wird über ähnliche Maßnahmen nachgedacht. Denn seit ein paar Jahren können Konsumentinnen und Konsumenten das « Lachgas » leicht über das Internet bestellen oder an Automaten auf der Straße kaufen. Für ein paar Dutzend Euro sind Kartuschen voller psychoaktiver Substanz zu haben, mit Kokos- oder Erdbeergeschmack – inklusive der Luftballons, die für das Inhalieren benutzt werden. Das « Lachgas » ist legal, billig und gilt unter Jugendlichen als harmlos. Doch unüberlegter Konsum kann gefährlich sein.

Hier der Link zum Nachhören: oe1.orf.at/programm/20241127/776485/Die-legale-Trenddroge-Lachgas

Zivildienst als « Säule der Gesellschaft »

Ein struktureller Blick auf den Wehrersatzdienst. Wie unverzichtbar ist er für das soziale Gefüge?

Am Anfang suchte man eine sinnvolle Beschäftigung für einige hundert junge Männer, die aus Gewissensgründen keine Waffe anfassen wollten. Aus diesen bescheidenen Anfängen ist – 50 Jahre später – ein riesiges Projekt geworden. Fast 11.000 Österreicher leisten derzeit Zivildienst und die zuständige Staatssekretärin Claudia Plakolm bezeichnet sie als eine « tragende Säule der Gesellschaft ». Seit der Volksbefragung zur Wehrpflicht 2013 hat sich im Land ein politischer und gesellschaftlicher Konsens etabliert und das bewährte System des Zivildienstes gilt heute als unverzichtbar für das Gesundheits- und Sozialwesen. Doch die « Zivis » werden immer weniger, der Bedarf der Einrichtungen jedoch nicht kleiner. So stellt sich die Frage: Wie unverzichtbar ist der Wehrersatzdienst? Rettungswesen oder Sozialhilfe in der Landwirtschaft, Altersbetreuung oder Kinderbetreuung – welche Sparten sollen in Zeiten sinkenden Zivildienst-Leistender bevorzugt werden? Und wer trifft diese Entscheidung?

Am Mittwoch wurde meine Sendung zum Zivildienst auf Ö1 gesendet – als Teil einer Schwerpunktwoche: https://oe1.orf.at/programm/20241119/776091/Zivildienst-als-Saeule-der-Gesellschaft

Youpi !

Am Dienstag habe ich den JournalistInnenpreis des Österreichischen Integrationsfonds in der Kategorie Radio/Podcast bekommen.

Nicht, weil ich als ausländische Journalistin in Österreich besonders gut integriert bin, sondern weil ich für Ö1 eine Sendung zum Thema Zwangsverheiratung gemacht habe. In der Sendung geht es vor allem um die Arbeit von Orient Express. Der migrantische Frauenverein unterstützt Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat betroffen oder bedroht sind. Es war eine spannende Recherche, bei der es vor allem darum ging, Vorurteile zu hinterfragen.

Die Sendung wurde am 26.11 in der Sendereihe « Moment » von Ö1 wiederholt und kann hier nachgehört werden: oe1.orf.at/programm/20241126/776432/Gewalt-durch-Verheiratung

Wort der Woche: « Zerreißprobe »

„Georgien droht nach seiner Parlamentswahl eine Zerreißprobe“, war in einer Meldung der Austria Presse Agentur zu lesen. „Regieren oder nicht: Erste Zerreißprobe für Wagenknechts Bündnis?“, las man im Kurier. Journalistinnen und Journalisten lieben dieses Wort … Aber was sagt ein Techniker? Mein Beitrag dazu wurde heute gesendet und ist hier nachzuhören (5 Minuten): https://sound.orf.at/podcast/oe1/oe1-moment—notizen/wort-der-woche-zerreissprobe

Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich

Warum darüber gesprochen werden muss – und wie

In Österreich leben rund 10.000 Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden, schätzt eine im September veröffentlichte Studie der Medizinischen Universität Wien. Betroffene kommen oft aus Ägypten oder Somalia, aber auch zwischen 1.700 und 3.000 Mädchen, die hier aufwachsen, gelten als gefährdet. Wie kann diese verbotene Praktik bekämpft werden? Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, antworten jene, die in dem Bereich arbeiten. Leicht ist es aber nicht, denn das Thema ist hochkomplex. Und nicht nur die Frauen selbst brauchen Informationen und Unterstützung, sondern Gynäkologinnen, Hebammen, Kinderärztinnen und Sozialarbeiterinnen. Von schwierigen Gesprächen, Kulturbarrieren und Tabus.

Meine Sendung bleibt 28 Tage online: https://oe1.orf.at/programm/20241015/772647/Weibliche-Genitalverstuemmelung-in-Oesterreich

LINKS zur Sendung:

Peninah Lesorogols Schmuckgeschäft: www.samburu.at

Informationen zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich
fgm-koordinationsstelle.at

In Wien: femsued.at

Aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien public-health.meduniwien.ac.at/en/about-us/news/news/abschlussbericht-der-studie-zu-weiblicher-genitalverstuemmelung